Neue Gesetze 2026: Was sich für Verbraucher ändert
Neue Gesetze 2026 in Deutschland: Alle wichtigen Änderungen für Verbraucher bei Steuern, Energie, Rente, Reparaturrecht und Verkehr im Überblick.
2026 bringt zahlreiche Gesetzesänderungen, die fast jeden betreffen: von höherer Pendlerpauschale über das neue Recht auf Reparatur bis zur Aktivrente. Hier findest du die wichtigsten Neuerungen sortiert nach Themenbereich.
Steuern und Finanzen
Pendlerpauschale steigt dauerhaft auf 38 Cent. Ab dem 1. Januar 2026 gilt die erhöhte Entfernungspauschale von 0,38 EUR pro Kilometer ab dem ersten Kilometer. Bisher lag sie bei 0,30 EUR (bis 20 km) bzw. 0,38 EUR (ab 21 km). Pendler mit kurzem Arbeitsweg profitieren am stärksten.
Gastro-Mehrwertsteuer sinkt auf 7 %. Speisen in Restaurants und Cafés werden wieder mit dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 % statt 19 % besteuert. Das war während Corona temporär der Fall und wird jetzt dauerhaft eingeführt.
Höhere Steuerersparnis bei Parteispenden. Spenden an politische Parteien können ab 2026 stärker steuerlich geltend gemacht werden.
Aktivrente ab Januar 2026. Wer das reguläre Rentenalter erreicht hat und eine volle gesetzliche Rente bezieht, darf zusätzlich bis zu 2.000 EUR im Monat steuerfrei aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung verdienen.
Die höhere Pendlerpauschale gilt ab dem ersten Kilometer. Prüfe bei der nächsten Steuererklärung, ob sich der Wechsel vom Deutschlandticket zur Pendlerpauschale für dich lohnt.
Energie und Umwelt
CO2-Preis steigt auf 55 bis 65 EUR/Tonne. Der Preis für CO2-Emissionen bewegt sich ab Januar 2026 in einem Korridor zwischen 55 und 65 EUR pro Tonne. Das verteuert Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas moderat.
Bundeszuschuss zu Netzentgelten. Private Haushalte und Unternehmen werden bei den Stromkosten entlastet. Ein Bundeszuschuss wird von den Netzbetreibern bei der Berechnung der Netzentgelte berücksichtigt.
Gasspeicherumlage entfällt. Die seit 2022 erhobene Gasspeicherumlage wird zum 1. Januar 2026 gestrichen. Das entlastet Gaskunden um rund 2,50 EUR pro Megawattstunde.
Verbraucherschutz und Online-Shopping
Widerrufsbutton für Online-Verträge. Online-Anbieter müssen voraussichtlich ab Mitte 2026 einen gut sichtbaren Widerrufsbutton auf ihren Websites einbauen. Das macht es einfacher, Verträge online zu kündigen oder zu widerrufen.
Recht auf Reparatur ab Juli 2026. Ab dem 31. Juli 2026 müssen Hersteller von Elektrogeräten auch nach Ablauf der zweijährigen Gewährleistung Reparaturen anbieten. Ziel ist es, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern und Elektroschrott zu reduzieren.
Greenwashing wird verboten. Die EmpCo-Richtlinie gilt ab 27. September 2026: Umweltaussagen müssen klar, messbar und überprüfbar sein. Eigene Nachhaltigkeitssiegel ohne transparente Kriterien und Klimaaussagen, die nur auf CO2-Kompensation basieren, werden verboten.
Das Recht auf Reparatur gilt EU-weit. Hersteller müssen Reparaturen zu angemessenen Preisen anbieten und Ersatzteile für einen definierten Zeitraum bereithalten. Das betrifft unter anderem Waschmaschinen, Geschirrspüler, Smartphones und Tablets.
Verkehr und Führerschein
Führerschein-Umtausch: Frist für Jahrgänge 1999 bis 2001. Führerscheine, die zwischen 1999 und 2001 ausgestellt wurden, müssen bis zum 19. Januar 2026 in den EU-Scheckkartenführerschein umgetauscht werden. Wer die Frist verpasst hat, riskiert ein Verwarnungsgeld.
Deutschlandticket kostet 63 EUR. Seit Januar 2026 liegt der Preis bei 63 EUR statt 58 EUR. Das Jobticket bleibt mit 44,10 EUR (bei 25 % Arbeitgeberzuschuss) eine günstige Alternative.
Gesundheit und Digitales
Elektronische Patientenakte (ePA) wird erweitert. Ab Sommer 2026 kommt der elektronische Medikationsplan hinzu. Seit März 2026 können Versicherte per Push-Nachricht verfolgen, wer auf ihre Gesundheitsdaten zugreift. Der neue ePass vereinfacht den Zugang zur ePA.
KI-Kennzeichnungspflicht ab August 2026. KI-generierte Texte, Bilder, Audio und Videos müssen klar als solche gekennzeichnet werden. Das betrifft Unternehmen, die KI-Inhalte veröffentlichen oder in der Kundenkommunikation einsetzen.
Die Führerschein-Umtauschfrist für Jahrgänge 1999-2001 ist bereits im Januar 2026 abgelaufen. Wer noch nicht umgetauscht hat, sollte das zeitnah nachholen, um bei einer Kontrolle kein Verwarnungsgeld zu riskieren.
Fazit
2026 bringt spürbare Verbesserungen für Verbraucher: mehr Geld durch die Pendlerpauschale und Aktivrente, weniger Kosten durch die Gastro-Mehrwertsteuer und den Wegfall der Gasspeicherumlage, und stärkere Rechte durch den Widerrufsbutton und das Recht auf Reparatur. Es lohnt sich, die eigenen Finanzen und Verträge im Licht der neuen Regeln zu prüfen.