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Elektronische Patientenakte 2026: ePA erklärt, Funktionen und Opt-Out

Die elektronische Patientenakte (ePA) 2026: Neue Funktionen, ePass, Push-Nachrichten und wie du widersprechen kannst. Alles Wichtige im Überblick.

Seit Januar 2025 hat jeder gesetzlich Versicherte in Deutschland automatisch eine elektronische Patientenakte (ePA). Trotzdem nutzen bisher nur 3,6 % der Versicherten die ePA aktiv. 2026 kommen neue Funktionen dazu, die das ändern sollen: der elektronische Medikationsplan, der ePass und Push-Benachrichtigungen bei Datenzugriff.

Was ist die ePA und was steht drin?

Die elektronische Patientenakte ist deine zentrale digitale Gesundheitsakte. Sie speichert medizinische Dokumente, die bisher verteilt bei verschiedenen Ärzten, Krankenhäusern und Therapeuten lagen.

In der ePA können gespeichert werden:

  • Befunde und Diagnosen von Arztbesuchen
  • Laborergebnisse und Blutwerte
  • Medikationspläne mit allen verschriebenen Medikamenten
  • Impfpass und Impfhistorie
  • Arztbriefe und Entlassungsberichte aus dem Krankenhaus
  • Röntgenbilder und andere Bildbefunde

Der entscheidende Vorteil: Wenn du zu einem neuen Arzt gehst oder ins Krankenhaus musst, liegen alle relevanten Informationen bereits vor. Doppeluntersuchungen und gefährliche Wechselwirkungen bei Medikamenten werden vermieden.

Neue Funktionen 2026: Was sich ändert

ePass: Einfacherer Zugang

Der neue ePass macht ab März 2026 die umständliche Anmeldung per Gesundheitskarte und PIN überflüssig. Versicherte können sich künftig einfacher bei der ePA anmelden, was als einer der Hauptgründe für die bisher geringe Nutzung galt.

Push-Nachrichten bei Datenzugriff

Seit März 2026 können Versicherte per Smartphone-Benachrichtigung in Echtzeit verfolgen, wer ihre Gesundheitsdaten einsieht oder verändert. Das schafft Transparenz und gibt den Versicherten mehr Kontrolle.

Elektronischer Medikationsplan

Im Sommer 2026 kommt der elektronische Medikationsplan als fester Bestandteil der ePA hinzu. Alle verschriebenen Medikamente werden zentral erfasst, inklusive Dosierung und Wechselwirkungen. Das ist besonders für Patienten wichtig, die mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen.

Der elektronische Medikationsplan wird automatisch aktualisiert, wenn ein Arzt ein neues Medikament verschreibt. Apotheken können ebenfalls darauf zugreifen und auf Wechselwirkungen hinweisen.

Opt-Out: So widersprichst du der ePA

Die ePA wurde nach dem Opt-Out-Prinzip eingeführt: Jeder Versicherte hat automatisch eine ePA erhalten, es sei denn, er hat aktiv widersprochen. Der Widerspruch ist jederzeit möglich.

So geht der Widerspruch:

  1. Über die App deiner Krankenkasse: Die meisten Kassen bieten einen digitalen Widerspruch in der App oder im Online-Portal an
  2. Schriftlich bei der Krankenkasse: Ein formloser Brief oder ein Formular der Kasse genügt
  3. In der Geschäftsstelle: Persönlich vor Ort widersprechen

Was passiert nach dem Widerspruch?

  • Die ePA wird gelöscht und nicht mehr befüllt
  • Bereits gespeicherte Daten werden entfernt
  • Der Widerspruch kann jederzeit widerrufen werden, wenn du dich doch für die ePA entscheidest

Teilweiser Widerspruch

Du musst nicht komplett widersprechen. Es gibt auch die Möglichkeit, einzelnen Inhalten zu widersprechen:

  • Sensible Daten ausschließen: Bei besonders sensiblen Diagnosen (z.B. psychische Erkrankungen, Suchterkrankungen) kannst du gesondert widersprechen
  • Einzelne Ärzte ausschließen: Du kannst bestimmen, welche Ärzte Zugriff auf welche Daten haben
  • Forschungsdatenfreigabe: Die Nutzung deiner anonymisierten Daten für die Forschung kannst du separat ablehnen

Bevor du widersprichst, überlege, ob die Vorteile der ePA die Bedenken aufwiegen. Gerade der Medikationsplan und die Vermeidung von Doppeluntersuchungen können im Notfall lebensrettend sein. Die Push-Benachrichtigungen ab März 2026 geben dir zudem Kontrolle darüber, wer auf deine Daten zugreift.

Kritik und Herausforderungen

Die ePA steht nicht ohne Grund in der Kritik:

  • Geringe Nutzung: Nur 3,6 % der Versicherten nutzen die ePA aktiv, obwohl sie automatisch angelegt wurde
  • Technische Probleme: Ärztevertreter berichten von instabilen Systemen und hohem Mehraufwand in Praxen
  • Datenschutzbedenken: Der automatische Opt-In wird von Datenschützern kritisiert. Sicherheitsbedenken sind laut Umfragen der häufigste Grund für einen Widerspruch
  • Praxis-Integration: Viele Arztpraxen haben die ePA noch nicht vollständig in ihre Arbeitsabläufe integriert

Die ePA enthält hochsensible Gesundheitsdaten. Achte darauf, dass du die Zugangs-PIN sicher aufbewahrst und die App nur auf deinen eigenen Geräten nutzt. Nutze die Push-Nachrichten, um unberechtigte Zugriffe sofort zu erkennen.

Fazit

Die ePA wird 2026 durch den ePass, Push-Nachrichten und den Medikationsplan deutlich nützlicher. Ob du die ePA nutzt oder widersprichst, bleibt deine Entscheidung. Für die meisten Versicherten überwiegen die Vorteile: zentrale Gesundheitsdaten, weniger Doppeluntersuchungen und ein automatischer Medikationscheck. Wer Bedenken hat, kann gezielt einzelne Inhalte ausschließen, statt komplett zu widersprechen.